Medizin für alle — das schließt uns alle ein. Wir wollen Bewusstsein schaffen, Wissen teilen und Veränderungen anstoßen.
Aufklärung & Bildung
Wir vermitteln verständliche und wissenschaftlich fundierte Informationen zu Frauengesundheit, Gendermedizin und antirassistischer Gesundheitsversorgung. Dabei zeigen wir auch, wie unterschiedliche Formen von Diskriminierung Gesundheit und den Zugang zu guter medizinischer Versorgung beeinflussen können.
Vernetzung & Austausch
Wir schaffen Räume, in denen Betroffene, Gesundheitsfachkräfte, Forschende und Interessierte zusammenkommen, Erfahrungen teilen, voneinander lernen und gemeinsam neue Ideen und Lösungen entwickeln können.
Politisches Engagement
Wir setzen uns für eine Forschung und Gesundheitsversorgung ein, die Geschlecht, Gender und Vielfalt angemessen berücksichtigt. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen ihren Weg in die medizinische Praxis finden – und eine hochwertige Gesundheitsversorgung soll für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein.
Unsere Schwerpunkte
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Frauengesundheit
Frauen* – einschließlich cis Frauen, trans Frauen und aller Menschen, die sich als Frauen identifizieren – wurden in der medizinischen Forschung und Gesundheitsversorgung nicht immer gleichermaßen berücksichtigt. Vieles hat sich verbessert, doch wichtige Lücken bestehen weiterhin.
Fehldiagnosen und übersehene Symptome: Frauen* mit Herzinfarkten erhalten seltener eine richtige Diagnose, weil sich ihre Symptome (Übelkeit, Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen) von denen der Männer unterscheiden – die klassische Diagnostik orientiert sich aber am männlichen Krankheitsbild.
Es gibt weiterhin Forschungslücken: Frauen* werden heute selbstverständlich in klinische Studien einbezogen – eine wichtige Veränderung gegenüber früher. Trotzdem fehlt in manchen Bereichen noch Wissen darüber, wie sich Medikamente je nach Geschlecht unterscheiden können, etwa bei Wirkung, Nebenwirkungen oder der optimalen Dosierung.
Endometriose, PCOS, Wechseljahre – zu wenig Forschung: Viele gynäkologische Erkrankungen bleiben lange unerkannt, weil sie kaum erforscht und oft nicht ernst genommen werden. Frauen* brauchen eine Medizin, die ihre Bedürfnisse berücksichtigt.
Rassismus in der Medizin
Medizin sollte für alle Menschen gleich sein – doch das ist sie nicht. Schwarze Frauen*, migrantische Frauen* und People of Color erleben im Gesundheitssystem oft strukturelle Benachteiligung.
Fehlende Forschung an nicht-weißen Körpern: Viele medizinische Studien basieren fast ausschließlich auf weißen Teilnehmenden. Das bedeutet, dass Diagnostik, Medikamente und Therapieempfehlungen nicht auf diverse Bevölkerungsgruppen abgestimmt sind.
Weniger Schmerzbehandlung: Studien zeigen, dass Schwarze Patientinnen seltener Schmerzmedikamente erhalten als weiße Patientinnen, weil Ärzt*innen deren Schmerz oft unterschätzen.
Höheres Risiko für Komplikationen in der Geburtshilfe: Schwarze Frauen* haben ein signifikant höheres Risiko für Komplikationen während der Geburt – nicht wegen biologischer Unterschiede, sondern wegen schlechterer medizinischer Betreuung und systematischer Vorurteile.
Krankheiten und Diagnostik: Viele Hautkrankheiten werden in Lehrbüchern fast nur auf weißer Haut dargestellt, sodass sie bei Schwarzen Menschen und PoC oft zu spät erkannt oder falsch behandelt werden.
Deshalb braucht es Unsere Forderung: Mehr Forschung mit diversen Studienteilnehmenden, Schulungen für medizinisches Personal zu rassismus- und diversitätssensibler Versorgung, sowie Sichtbarkeit für nicht-weiße Krankheitsverläufe in Lehrbüchern und medizinischen Datenbanken.
Ableismus in der Medizin
Ableismus beschreibt die Benachteiligung von Menschen aufgrund von Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder körperlichen und psychischen Unterschieden. Auch in der Medizin prägen ableistische und patriarchale Vorstellungen, welche Körper als „normal“ gelten und wessen Erfahrungen ernst genommen werden. (Beitrag der Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen – FmB)
Beschwerden, die nicht ernst genommen werden: Symptome werden übergangen oder pauschal der Behinderung zugeschrieben, statt eigenständig abgeklärt zu werden.
Infrage gestellte Entscheidungsfähigkeit: Frauen* mit Behinderungen wird oft nicht zugetraut, selbst über ihre Gesundheit und ihre Behandlung zu entscheiden.
Eingeschränkte sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung: Ihre sexuelle und reproduktive Autonomie wird eingeschränkt und ihre Bedürfnisse in der Versorgung kaum mitgedacht.
Deshalb braucht es unsere Forderung: Eine Medizin, die unterschiedliche Körper und Lebensrealitäten anerkennt, Frauen* mit Behinderungen zuhört und ihre Selbstbestimmung, körperliche Autonomie und gleichberechtigte Teilhabe in den Mittelpunkt stellt. Feministischer Anti-Ableismus bedeutet, diese Machtverhältnisse sichtbar zu machen und abzubauen.
Gendermedizin
Wir setzen uns dafür ein, dass medizinische Forschung und Praxis die Unterschiede zwischen den Geschlechtern ernst nehmen und auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Bessere medizinische Ausbildung: Ärzt*innen müssen lernen, geschlechtsspezifische Unterschiede zu erkennen und zu behandeln.
Medikamententests für alle: Medikamente müssen so erforscht werden, dass sie für Frauen* genauso gut wirken wie für Männer.
Gesundheitsversorgung für queere Menschen: Trans* und nicht-binäre Personen brauchen eine Medizin, die ihre Körper und Bedürfnisse ernst nimmt.
Frauensport
Sport und Bewegung sind essentiell für die Gesundheit – doch Frauen* und queere Menschen stoßen im Sport auf besondere Herausforderungen.
Sportmedizin für Frauen: Frauen haben einen anderen Muskelstoffwechsel, andere Verletzungsrisiken und hormonelle Schwankungen, die ihre Leistungsfähigkeit beeinflussen. Trotzdem gibt es kaum Forschung dazu.
Mythen abbauen: „Frauen sollten nicht schwer heben“, „Sport beeinflusst die Fruchtbarkeit negativ“ – solche Mythen halten sich hartnäckig. Wir klären auf, was wirklich gesund ist.
Gleichberechtigung im Sport: Frauen* sind im Profisport unterrepräsentiert, erhalten weniger Förderung bzw. Entlohnung, und kämpfen um Anerkennung. Wir setzen uns für faire Bedingungen und mehr Sichtbarkeit ein.
* Ein Hinweis zu unserer Sprache
Wenn wir von Frauen sprechen, meinen wir Frauen in ihrer
ganzen Vielfalt, einschließlich cis und trans Frauen. Gleichzeitig erkennen
wir an, dass sich nicht alle Menschen, die von Gesundheitsthemen betroffen
sind, die traditionell als „Frauengesundheit“ bezeichnet werden, als Frauen
identifizieren. Trans, nichtbinäre und andere geschlechterdiverse Menschen
können einige dieser gesundheitlichen Bedürfnisse und Erfahrungen teilen.
Wenn Anatomie, Physiologie oder Fortpflanzungsfunktionen konkret relevant
sind, bemühen wir uns, sie so präzise wie möglich zu benennen — zum
Beispiel Menschen, die menstruieren,
Menschen, die schwanger werden können oder
Menschen mit einem Gebärmutterhals — anstatt anzunehmen, dass ein
bestimmtes körperliches Merkmal das Geschlecht einer Person definiert.
Wenn wir uns auf wissenschaftliche Studien beziehen, verwenden wir
Begriffe, die den tatsächlich untersuchten Personengruppen und Variablen
entsprechen. Wo es möglich ist, unterscheiden wir zwischen biologischem
Geschlecht und Gender.
Sprache entwickelt sich weiter — und ebenso unser Verständnis. Deshalb
bleiben wir offen dafür, weiterzulernen und die von uns verwendeten
Begriffe anzupassen.
Sei dabei – für eine gerechtere Medizin!
Ob du selbst betroffen bist, dich engagieren möchtest oder einfach mehr erfahren willst – wir freuen uns, wenn du dabei bist!
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